Pressestimmen
NZZ am Sonntag 12. Oktober 2003
(Urs Schoettli)
...Was die professionelle Geschichtsschreibung unterlassen hat,
dessen hat sich der mittelständische Schaffhauser Unternehmer Stefan
Sigerist angenommen. Viel Zeit und erhebliche Ressourcen hat Sigerist in
sein Buch „Schweizer in Asien“ und die dortige „Präsenz der Schweiz bis
1914“ investiert. Herausgekommen ist ein kleines Meisterwerk, das sich
sowohl als ein auf sorgfältiger Quellenarbeit beruhendes Kompendium zur
Schweizer Präsenz in Asien als auch als fesselnd geschriebene
Darstellung von Einzelschicksalen liest. Man kennt aus Firmengeschichten
den meist lockeren Umgang mit Exotika. Sigerist bietet demgegenüber eine
bis ins Detail sorgfältig ausgearbeitete Darstellung. Bemerkenswert ist
die ausserordentliche Vielfalt der Tätigkeiten und Lebensumstände der
Schweizer, die sich vom Bosporus unter osmanischer Herrschaft bis nach
Yokohama, Japans „Fenster zur Aussenwelt“ in der Zeit von Kaiser Meiji,
niedergelassen hatten...
Die Position abseits von der Europäischen Union und
ausländerfeindliche Populismen scheinen jenen Recht zu geben, welche die
Eidgenossenschaft als einen isolationistischen Kleinstaat sehen.
Tatsache ist jedoch, dass die Schweiz, insbesondere bei Kultur und
Wirtschaft, seit langem ein aussergewöhnlich kosmopolitisches Land ist.
Die globale Präsenz von Schweizer Produkten und Schweizer
multinationalen Gesellschaften, die erheblich grösser ist als bei
vergleichbaren Kleinstaaten wie Österreich, Belgien und Dänemark ist
nicht aus heiterem Himmel erfolgt. Die Handwerker, Abenteurer,
Missionare, Soldaten und Händler, die vom 17. Jahrhundert an in den
verschiedensten Teilen Asiens Fuss fassten, waren wichtige Wegbereiter.
Schweizer Monatshefte, Heft 6, 2003
(Prof. Urs Bitterli)
... Von der Forschung etwas vernachlässigt wurde das Wirken der
Schweizer im Nahen, Mittleren und Fernen Osten, und daher kommt der eben
erschienenen Überblicksdarstellung von Stefan Sigerist „Schweizer in
Asien“ besondere Bedeutung zu. Der Verfasser hat mit einem
bewundernswerten Aufwand an Spürsinn, Fleiss und Beharrlichkeit
aufgearbeitet, was zu unseren Landsleuten in Asien bisher publiziert
worden ist und was sich als aktueller Forschungsstand bezeichnen
lässt...
Das schweizerische Engagement in diesen Weltregionen war zugleich
dadurch bestimmt, dass man meist im Schutz und Schatten der jeweiligen
Kolonialmacht aktiv wurde: Man stiess vor, wenn die betreffende Region
durch Waffengewalt oder politischen Druck dem Handel „geöffnet“ worden
war...
Sigerist zeichnet ein faszinierendes Bild der mannigfaltigen
Tätigkeiten, welche Schweizer im Ausland ausübten, als Söldner in
niederländischen oder englischen Diensten, als Uhrmacher und
Goldschmiede, als Textilhändler und Textilindustrielle, als Missionare
und Forschungsreisende...
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