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Schweizer im Fernen Osten
Viele Loyalitäten, eine Identität
Die Schweizer waren in früheren Zeiten kein Volk von weit gereisten
Kaufleuten. Während andere europäische Länder mit Meeranstoss ihre
Energien in den Aufbau von Kolonien lenkten, exportierten die
Eidgenossen in erster Linie Söldner in Nachbarländer. Die Situation
änderte sich mit der Industrialisierung.
Die Eidgenossen folgten weitgehend dem Einflussgebiet der europäischen
Grossmächte; sie konnten nur in deren Windschatten operieren. Uhren aus
Genf und aus dem Jura stellten die ersten schweizerischen Lebenszeichen
in Asien dar. Ab 1840 folgten Textilprodukte aus Glarus und aus der
Ostschweiz. Seide und Gewürze wurden im Gegenzug aus dem Fernen Osten
eingeführt, bedeutende Handelsfirmen entstanden. Ab etwa 1900
beschleunigte sich dann zunehmend die Entwicklung.
Die frühen schweizerischen Fäden in den Fernen Osten wurden von
unerschrockenen jungen Leuten gespannt, die auf ihre Fähigkeiten
vertrauten. Initiative und Wagemut waren – neben einer guten Gesundheit
– in hohem Masse nötig, um eine akzeptable Position zu erreichen. Was
trieb diese Eidgenossen dazu, den weiten und damals noch beschwerlichen
Weg zu wagen? Neben einer Portion jugendlicher Abenteuerlust war es der
Wille, aus der Enge und den materiell bescheidenen Verhältnissen, wie
sie im 19. Jahrhundert in der Schweiz über weite Strecken herrschten,
auszubrechen.
Die Schweizer nutzten die vorhandenen transnationalen Handlungsräume.
Gleichzeitig weitete sich der geistige Horizont, und das Land erhielt
dank der gepflegten Kontakte vielfältige wertvolle Impulse. Trotz ihrer
kleinen Zahl verdienen die Fernost-Schweizer unser Interesse, sie
vollbrachten beachtliche Leistungen, dienten als Brücke zu einer
aufstrebenden Region und brachten der Eidgenossenschaft Ansehen.
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Iudicium Verlag GmbH, München.
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